Ein kleiner Stern, der nicht mehr leuchtet

Manchmal bekomme ich schmerzliche Aufträge, so wie gestern. Da erreichte mich die Bitte nach einer besonderen Beileidskarte.

Die Nichte einer Freundin kam im siebten Monat als Sternenkind auf die Welt. Nach dem ersten Schreck hatte ich sofort eine Idee für diesen unfassbar traurigen Anlass.

Schnell war klar, dass die Karte an eine herkömmliche Babykarte erinnern sollte. Schließlich wurde ein kleiner Mensch geboren, nur fehlte ihm die Kraft durchs Leben zu gehen.

Kombiniert habe ich deshalb die Farbtöne Puderrosa, Schiefergrau und Anthrazit.

Als die fertige Karte dann so vor mir lag, hatte ich einen ziemlich großen Kloß im Hals. Die kleinen Babyfüße in Schiefergrau scheinen die gesamte Wucht des Unfassbaren zu kanalisieren.

Eine starke Karte, finde ich. Hoffentlich wird sie den Eltern in den nächsten Tagen und Wochen die Gewissheit geben, dass sie in ihrem Schmerz nicht allein sind. Hoffentlich findet die Familie einen Weg mit der Trauer fertig zu werden.

Manchmal bekommt man Aufträge, die hätte man lieber nicht bekommen. Aber auch für diesen besonderen Anlass bin ich dankbar.

Was für ein unfassbares Glück, dass es mir und meinen Lieben gut geht! In Momenten wie diesen erinnert das Leben mit Nachdruck daran, dass es mehr gibt als Auslaufprodukte und Schneideklingen.

Wir sollten nie vergessen, dass wir Gäste auf dieser Erde sind und unsere Erde nur ein Himmelskörper im großen weiten Universum. Alles ist mit allem verbunden. Wir sollten sorgsam und liebevoll miteinander umgehen. Das Leben ist für alles andere zu kurz…

Ich wünsche Euch einen schönen Tag, Gesundheit, Glück und Liebe. Allen, die eine Portion Mut und Kraft brauchen, schicke ich auf diesem Weg Grüße von Herzen.

Eure

Dörthe

  2 comments for “Ein kleiner Stern, der nicht mehr leuchtet

  1. Petra T.
    2. Juni 2019 at 10:15

    Hallo Dörthe,
    die Karte ist so schön geworden, obwohl oder gerade weil der Grund so traurig ist.
    Ich hoffe, die Eltern finden Trost darin.
    LG Petra

    • Dörthe
      2. Juni 2019 at 12:14

      Das hoffe ich auch, liebe Petra.

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